Mittwoch, 29. Oktober 2008

a bissele viel los hier...


Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Anfragen zum Thema "Aktualität des Blogs". Da hat man wenigstens das Gefühl ihr lest euch fleißig durch meine temporären Memoiren.
Leider habe ich zur Zeit viel zu tun und bin ordentlich im Stress. Dazu gehören 3-4 Seiten japanisch Hausaufgaben jeden Tag sowie eine Präsentation diesen Freitag die natürlich gut werden muss. Deshalb werde ich mich frühestens kommendes Wochenende um den Blog kümmern können und ihn aktualisieren. Es gibt ja genug erwähnenswertes.

Ich bitte um euer Verständnis und melde mich bald wieder.

Liebe Grüße,


Benjamin

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Tag 19: Was war, wird, ist...

Hallo alle miteinander,

nachdem nun doch einige Tage ins Land gezogen sind werde ich mich mal wieder um eine kleine Aktualisierung kümmern. Nun, was ist in den letzten Tagen interessantes passiert?

Korea-Food Part 2:

Nach meiner Fußballerfahrung von letztem Montag war ich erst einmal bedient. Bereits beim Okonomijaki-Essen an selbigem Abend spürte ich den Dank meiner Beinmuskulatur an das doch straffe Training. Muskelkater und auf den Knien sitzen verträgt sich nun mal doch nicht immer so gut. Als kleine Entschädigung für die Plagerei wurden Jesper und ich von unseren koreanischen Freunden am Dienstag zum Dinner eingeladen. Diese haben sich mal wieder selbst übertroffen. So fanden wir ein perfekt gedeckten Boden (mangels Tisch und Platz) mir jeder Menge leckerer Köstlichkeiten vor. Angefangen von Kimchi-Rice mit deutschen Würsten über selbst gemachten Okonomijaki bis hin zu Hühnerlunge war alles zu finden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Hühnerlunge. Zum Glück habe ich schneller gegessen als das Dictionary der Koreaner übersetzen kann. Ich muss zugeben dass in Olivenöl angebratene Lunge mit einer sojaähnlichen Soße doch sehr köstlich ist. Auch wenn ich mich nach dem Bekanntwerden des Inhaltes doch eher an Okonomijaki und Kimchi orientiert habe. Zum Dessert servierten die 3 Mädels dann noch frische Orangen und getrockneten Tintenfisch. Der Tintenfisch ist wirklich Geschmackssache. Er riecht nach frischem Speck und sehr salzig, schmeckt jedoch süß und ist verdammt zäh. Da wir jedoch zu Gast waren „mussten“ wir natürlich probieren. Ich finde es doch bemerkenswert wie unterschiedlich die Geschmäcker weltweit sind. So kennen wir Europäer eher salzige Snacks wie Chips oder Süßigkeiten (Gummibärchen und Schokolade). Nach ausgiebigem Testen der gereichten Speisen und einer nicht zu verachtenden Menge an Sake und Bier ging es dann auch gegen 1:30 Uhr ins Bett. Ein durchaus gelungener Abend.

Ich möchte noch kurz anmerken dass ich hier NICHT zum Alkoholiker mutiere. Es ist jedoch schwer bei einem Überangebot alkoholischer Getränke wie Sake usw. nicht zuzugreifen. Man will ja schließlich die landestypischen Spezialitäten ausprobieren. *räusper*

Hier einige Bilder des besagten Menus:



Der Rest der letzten Woche verlief eher ruhig. So hatte ich einige Hausaufgaben für den Japanisch Unterricht sowie International Management zu erledigen und konnte meine wenige Freizeit damit verbringen Wäsche zu waschen, meinen Papierkram zu erledigen und mit meinen Liebsten zuhause zu telefonieren.

Am Samstag gab es jedoch ein kleines weiteres Highlight in meiner Zeit hier: Eine klassische Tee-Zeremonie im Shukein-Garden in Hiroshima-Downtown.


Tee und Gebäck:

Am Samstagmorgen hieß es um 8 Uhr bereits raus aus den Federn. Nach 2 Tassen besten japanischen Instant-Kaffees und einer heißen Dusche war ich dann auch wach genug um mich auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Während die Mädels bereits um 9 Uhr in Downtown sein mussten um Ihre Kimonos an zu ziehen durften wir eine Stunde später antanzen. So wanderte eine Gruppe sehr müde anmutender Internationals gegen halb zehn zum Bahnhof und traf sich dort mit den Guides. Die Zugfahrt bis zur Hiroshima-Station dauerte etwa 20 Minuten. Da mich seit Freitag Halsschmerzen und Fieber plagten kam es mir eher vor wie eine halbe Ewigkeit. Vom Bahnhof aus ging es dann etwa 15 Minuten zu Fuß in die Stadt mit Ziel Shukein-Garden. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt ist es doch sehr wunderlich, dass es mitten in Hiroshima einen Platz der Ruhe und Besinnung gibt. In der Grünanlage angekommen suchten wir noch das Teehaus wo wir dann auch herzlichst von unserer „Tee-Master(in)“ sowie den Verantwortlichen des International Office begrüßt wurden. Die Mädels hatten sich alle schon in Ihre von der Universität zur Verfügung gestellten Kimonos gezwängt und versuchten den Spagat zwischen elegantem Gang in Sandalen und ausreichender Sauerstoffzufuhr zu meistern. Dass die Kimonos doch sehr eng geschnürt wurden konnte man unter anderem an den roten Gesichtern der Mädels erkennen. Ganz Gentleman-like überliesen wir auch dann den Mädels den Vortritt zur Tee-Zeremonie. Da der Raum viel zu klein war um alle 30 Personen auf einmal zu beherbergen teilten wir uns in Gruppen. Erst alle Damen, dann alle männlichen Internationals und zum Abschluss die japanischen Guides.

Der (gekürzte) Ablauf der Teezeremonie schildert sich wie folgt:

1. Schuhe ausziehen und auf die Terasse des Hauses steigen

2. Auf die Knie gehen und Richtung Eingang des Hauses robben

3. Über die Türschwelle „sliden“

4. Aufstehen und zu einem kleinen Altar laufen

5. Auf die Knie gehen und sich vor einem Schriftband mit den Bedeutungen Respekt, Ruhe, Einsamkeit und Besonnenheit sowie einem Teegefäß und einer Blumenvase verbeugen (Die Blumenvase symbolisiert den zeitlichen Abschnitt des Jahres in dem die Zeremonie statt findet - bei uns waren es seltene Blumen die nur im Herbst zu finden sind)

6. Einen Platz suchen und auf die Knie gehen (die Hände dabei so halten, dass die Daumen nicht sichtbar sind)

7. Gebäck des Gastgebers entgegen nehmen und vor sich ausbreiten

8. Warten und der Zubereitung des Tees zuschauen

9. Warten bis alle im Raum mit Tee versorgt sind

10. Gemeinsam Gebäck essen

11. Tee trinken (3 mal ansetzen und dann alles auf einmal)

12. Warten bis die Teegefäße von den Helfern aufgeräumt werden

13. Beim Tea-Master bedanken (Verbeugung + Arigato gazaimasu) und versuchen aufzustehen

Letzterer Punkt ist nicht ganz einfach. Versucht doch mal etwa 20 – 25 Minuten auf den Knien zu sitzen. Ihr werdet euch wundern wo das ganze Blut und somit auch das Gefühl in den Füßen hin sind. Nach 5 Minuten hat sich das jedoch schon wieder gelegt und man kann annähernd stehen und laufen. Was mich an der Zeremonie etwas verwunderte war die Tatsache, das sich als einziger den Tee direkt vom Tee-Master bekommen habe während die anderen mit Tee aus dem Nachbarraum versorgt wurden. Ich könnte mir vorstellen dass die Tatsache, dass ich bei 25 Grad einen Schaal getragen habe und nicht wirklich fit aus sah dazu beigetragen hat. Ich hoffte auf jeden Fall auf eine besondere Wirkung des Tees. Im Anschluss an die Zeremonie hatten wir dann noch Gelegenheit die Gartenanlage genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier möchte ich die Bilder sprechen lassen:

Mit der Besichtigung fertig ging es nach Downtown zum Essen und shoppen. Ich trennte mich jedoch von der Gruppe und zog es vor das Bett meines Appartements aufzusuchen. Das letzte was ich hier gebrauchen kann ist eine Grippe oder Erkältung. Somit war ich bereits um halb 4 zuhause und verbrachte das restliche Wochenende im Bett.

Ergänzung: Am Sonntag-Abend waren die Halsschmerzen und das Fieber weitestgehend verschwunden. War es doch der Tee?


Was sonst noch alles passiert ist:

Moskito-Alarm und WLAN:

Da das Wetter zurzeit sehr schwankend ist und innerhalb weniger Stunden von Regen und 20 Grad in Sonnenschein und 28 Grad wechselt häuft sich die Anwesenheit ungeliebter kleiner Stechmücken die mein Blut wohl besonders lecker finden. So zähle ich bis heute an die 20 Stiche vorrangig in die Arme und der Oberseite meiner Füße. Dies wird auch noch dadurch begünstigt, dass meine (kabelgebundene) Internetverbindung durchs Fenster so etwas wie eine Einladung für Moskitos darstellt. Um dies zu ändern habe ich mich dazu entschlossen, mein Appartement durch den Kauf eines WLAN-Routers „Stechmückensicher“ auszustatten. Diesen Router habe ich am Sonntag in einem der großen Electronic-Stores in Downtown erworben und auch schon installiert. Es funktioniert tadellos und nach einer 2-stündigen Jagd in meinem Zimmer sehe ich auch (momentan) keinen lebenden Moskito mehr. Ich hoffe das wird so bleiben. Beim Kauf des Routers hatte ich noch ein sehr interessantes Erlebnis. Ich bin gegen 19:30 Uhr im Electronic-Store angekommen und genoss erst einmal das riesige Angebot an Computern, sehr interessanten Handys und mehr. Gegen 20:30 Uhr kaufte ich dann das WLAN-Modul und wollte den Store verlassen. Mich wunderte es dass ich wohl der einzige Kunde in dem ganzen Laden war. Am Ausgang angekommen fand ich dann auch die Erklärung. Ladenschluss war 20 Uhr. Meine mageren Japanisch-Kenntnisse zur Anwendung gebracht öffnete mir dann ein Mitarbeiter die Tür und entließ mich in die City. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich keiner der Mitarbeiter auch nur annähernd darüber beschwert, dass ich nach Ladenschluss noch durch den Store bummle. Das möchte ich mal in Deutschland erleben wo man bereits 5 Minuten vor Feierabend auf mehr oder weniger freundlichem Wege aus dem Laden „befördert“ wird. In Japan scheint der Kunde noch König zu sein.


Elementary-School und Potluck-Party:

Am Montag dieser Woche ging es an Stelle der Vorlesung an die Grundschule in Gion. Hier wurden wir vom Rektor empfangen und erfuhren, wie sich unsere ehrenamtliche Tätigkeit an der Schule gestalten wird. Was unsere Aufgaben sein werden und was wir beachten sollen. Ich bin schon sehr gespannt wie der Umgang mit den „kleinen Monstern“ dort sein wird und welche Erfahrungen ich sammeln darf. Start der Aktivitäten dort ist vermutlich um den 20. Oktober. Ich werde euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Direkt im Anschluss an diese Vorstellung ging es zurück ins Appartement wo ich noch meine „Zutaten“ für die am Abend statt findende Potluck-Party vorbereitete. Die Party findet im Rahmen des International-Education-Internship-Programmes statt und soll die Kommunikation zwischen Japanern und Internationals sowie das überwinden der Sprachbarrieren zum Ziel haben. Ziel der Party war es, typische Landesspeisen oder Snacks mit zu bringen. Da ich am Wochenende noch etwas mit der Erkältung gekämpft hatte entschied ich mich für Würstchen mit Ketchup. Man könnte dies mehr oder weniger als typisch deutsche Landesspeise betrachten. Ich hoffe in naher Zukunft eine wirklich deutsche Speise zubereiten zu können um den Eindruck nicht allzu sehr auf German-Fast-Food zu lenken. Das ganze Prozedere (die Party) dauerte dann etwa 2 Stunden. Jeder probierte von Jedem was bei einem empfindlichen Magen doch sehr ausarten kann. So gab es polnische Suppe, portugiesischen süßen Reis, chinesisches Ei mit Tomate und japanische Snacks. Lediglich der konzentrierte Seetang welcher von den Japanern geliebt wird war nicht so ganz meins. Alles andere war lecker und zu meiner Freude waren die „Wiener“ innerhalb der ersten 2 Minuten weg. Ich hatte also den Geschmack getroffen.

Seht selbst wie es dort aussah:


Pizza-Party und Blick in die Zukunft:

Am Mittwoch waren wir im Kurosawa-Haus (das Gemeinschaftshaus der weiblichen Internationals) von Japanern zu einer Pizza-Party eingeladen. Einer der Japaner hatte wohl gute Verbindungen zu einer Pizzeria und konnte einen kleinen Preis-Nachlass aushandeln. Jedoch sind 3000 Yen (etwa 20 Euro) für eine normal große Pizza mit etwa 30cm Durchmesser etwas übertrieben. Aber so gestaltete es sich nun mal, wenn man in einem asiatischen Land europäisches Essen genießen will. Die Pizza war sehr fettig und auch der Geschmack war doch sehr different aber gut.

Dieses Wochenende findet in Hiroshima ein Sake-Festival statt dass wir alle gemeinsam mit den Verantwortlichen der Uni besuchen werden. Bilder und Erfahrungsbericht folgen. Des Weiteren stehen noch eine Überraschungs-Geburtstagsparty am Freitag sowie ein School-Festival am Sonntag auf der Agenda.

Nun werde ich mich meinen japanischen Hausaufgaben widmen und den Tag ausklingen lassen. In diesem Sinne, bis bald.

Benjamin


P.S.: Am Wochenende testete ich eine weitere Instant-Suppe. Auf den ersten Blick leckere Nudeln entpuppte sich der Inhalt der beiliegenden Zusatz-Packs als Fisch-Innereien und Tintenfisch-Tentakeln. Ich hab es gegessen. Über meine dabei enstandenen Gesichtszüge möchte ich aber nicht mehr verraten. Das nächste mal gibt es was "normales".

Dienstag, 30. September 2008

Tag 10 - act.: "Welcome Party" and soccer

Da ich in den letzten Tagen eigentlich nur an der Uni und für die Uni gelebt habe gibt es hier nun nur ein kleines Update.

Als erstes möchte ich alle Interessierten nun einmal einen Link anbieten unter dem Ihr den Campus näher betrachten könnt.

http://www.hue.ac.jp/english/info/facilities/index.html

Bin noch nicht dazu gekommen weitere Bilder zu machen was aber sicher noch kommt. Was ist nun aber die letzten Tage passiert? Eigentlich bestanden die Tage nur aus Vorlesungen, Themenvergaben für Präsentationen, Orientierung auf dem Campus-Gelände und weiterer Infoveranstaltungen. So haben wir zum Beispiel die Möglichkeit in der Bibliothek während der Freistunden zu lernen oder DVD´s anzuschauen. Erschreckend war, dass Studenten der HUE bereits am Morgen der Bibliotheksführung „The Saw“ anschauten. Das ist sicherlich Geschmackssache aber ein Film für den Morgen ist es meinem Erachten nach auch nicht. Ich werde das mal in die Kategorie „Kulturunterschiede“ einsortieren.

Was ist neben der Uni passiert?

Am Freitag hatten wir unsere Welcome-Party. Hierzu ging es geschlossen direkt nach der Vorlesung nach Downtown-HIJ in ein Okonomijaki-Restaurant. Hier durften wir die zweite Variante dieser lokalen Köstlichkeit probieren. Man bekommt die Zutaten in einer Schale serviert und mixt dann alles kräftig durch bevor es auf die heiße Tischplatte kommt um „gebruzelt“ zu werden. Es war auf jeden Fall sehr lecker und die Tatsache dass die Uni auch für die Getränke aufkam ließ es noch einmal besser schmecken. Ich werde wahrscheinlich noch einmal dort hingehen obwohl es mit knapp 100 Yen pro Portion recht teuer ist. Hier ein paar Eindrücke:



Im Anschluss an die Welcome-Party sind einige von uns noch in einen Club in HIJ gegangen. Ich hingegen entschloss mich den letzten Bus nach Hause erwischen zu wollen und genoss dort noch ein kleines Bierchen mit meinem koreanischen Zimmernachbar. War alles in allem auch sehr entspannt und ein wenig billiger war als ein Taxi rufen zu müssen.

Am Sonntag war ich eigentlich den ganzen Tag zuhause. Hab ausnahmsweise mal lange geschlafen und mich dann auf die Suche nach einem brauchbaren Livestream für das Formel-1-Event am Abend gemacht was auch zum Glück geklappt hat. Mein Highlight des Tages waren Saitenwürstchen. Diese habe ich am Vortag im Supermarkt für „günstige“ 450 Yen erstanden und mehr als genossen. Ein Stück Heimat im kleinen Appartement. Vor allem wenn einem die Heimat erzählt dass man geschlossen zum Wildessen geht. : )

Gestern war dann der erste Tag der Woche und wir haben uns im Anschluss an die Vorlesungen mit ein paar Fussballspielern des HUE-Teams getroffen. Da die Uni einen mehr als gepflegten Platz anbieten konnte wollten wir dies nutzen und einmal schauen wie weit ein paar Intis (Internationals) im Fussball mit den Japanern mithalten können. Vorab, wir haben gewonnen. Das lag aber wohl auch daran dass die gegenerische Mannschaft nicht wirklich ernst gemacht hat und mit einem Personenverhältnis von 10:6 etwas unterbesetzt war. Es war auf jeden Fall ein riesiger Spaß und wir haben vor dies in absehbarer Zeit zu wiederholen.

Meine Key-Learnings vom gestrigen Abend:

1. Rauchen und Sport sind keine wirklich gute Kombination

2. Japanische Schienbeine sind hart

3. Deutsche Knie sind härter (Entschuldigung an dieser Stelle noch mal an Nanzu)

4. Sneackers sind auf nassen Sportplätzen nicht wirklich Fussballtauglich

5. Bälle werden NICHT mit dem Gesicht angenommen

Nun werde ich mich noch auf die morgigen Vorlesungen vorbereiten und dann ins Bett. Da das Wetter hier in den nächsten Tagen sehr regnerisch sein wird (wir bekommen die Ausläufer eines Taifuns ab) hab ich sicherlich genügend Zeit zum lernen und eventuell auch um noch ein paar fehlende Dinge einzukaufen.



Liebe Grüße,

Benjamin

Dienstag, 23. September 2008

Tag 9: Miyajima and connections

Pünktlich um halb zehn ging es heute Morgen los. Wir trafen uns alle am etwa 15 Minuten entfernten Bahnhof und fuhren gemeinsam nach Miyajima. Die Fahrt dauerte etwa 45 Minuten mit dem Zug und nochmals 15 weitere Minuten mit der Fähre. Lediglich das Ticket für den Zug sowie den Lunch mussten wir bezahlen. Die Kosten für die Fähre wurden freundlicherweise von der Uni übernommen. Miyajima ist eine kleine Insel vor Hiroshima und bietet etwa 3000 Bewohnern Unterkunft. Das besondere an dieser Insel ist die riesige Tempelanlage sowie das im Wasser stehende Tor vor der Insel. Je nach dem ob man die Insel bei Ebbe oder Flut erreicht hat man den Eindruck, das Tor schwebt über dem Wasser.

Nachdem wir die Insel erreichten teilten wir uns in einzelne kleine Gruppen auf und erkundeten die Umgebung. Für uns hieß es zuerst einmal etwas frühstücken. Danach folgten wir dann der Masse von Touristen und Einheimischen über die Insel. Es ist jedoch definitiv nicht möglich diese Insel innerhalb eines Tages zu erkunden. Alleine die Tempelanlagen beanspruchen mindestens 2 Tage. Des Weiteren habe ich erfahren dass es dort noch einen schönen Strand und einen Samuraji-Pfad auf einen der Gipfel gibt. Also muss ich definitiv nochmal hin. Hier ein paar Impressionen des Ausfluges der um etwa 18:30 Uhr wieder am Bahnhof endete:



Dies ist das berühmte Tor vor der Insel. Es ist auf fast jeder Postkarte zu finden. Ich hoffe darauf, dass wenn ich das nächste mal diese Insel besuche ich bei Flut ankomme um weitere Bilder zu machen.


Tempelanlagen wie diese sind über die gesamte Insel verstreut. Die Gebäude sind im Schnitt etwa 400 Jahre alt und werden regelmäßig restauriert. Das innere kann nur in den wenigstens Fällen betreten werden da die Mönche auf dieser Insel dort in regelmäßigen Abständen irgendwelche Rituale und Zermeonien abhalten.


Das innere eines Tempels. Der Erklärung nach steht jede an der Decke hängende Lampe für einen wichtigen verstorbenen Priester. Die Steine repräsentieren einzelne Jahre. Wir konnten viele Japaner dabei beobachten, wie sie vor jedem der Steine beteten. Es sind 81 Steine. Das kann dann schon mal das ein oder andere Stündchen dauern.


Solche Figuren findet man überall auf der Insel. Die meisten sehen jedoch ein wenig "seriöser" aus als dieser hier. Der Erklärung unserer Dame vom International Office nach steht hinter jeder Figur eine Bedeutung. So werden die Figuren erst mit Wasser übergossen um dann anschließend angebetet zu werden. Unsere Austauschstudentin aus Polen versuchte sich an diesem Ritual und übergoß einige dieser Statuen mit Wasser. Sie wusste wohl nicht dass es sich bei den von Ihr "angebeteten" Figuren um solche handelt, die angebetet werden wenn man sich ein Kind wünscht, Fruchtbar sein möchte usw. Wir haben uns alle herzlichst darüber amüsiert. Sie sah eher geschockt aus. ;)



Hier könnt Ihr den Sonnenuntergang vor Hiroshima bewundern. Ich wusste gar nicht das meine Kamera so gute Bilder zaubern kann. Die Berge gehören bereits zum Festland Japans. Aufgenommen habe ich dieses Bild von der Fähre aus auf der Rückfahrt.


Back at home:

Da wir alle von diesem anstrengenden Tag recht erschöpft waren ging jeder nach Ankunft in unserem Viertel ins sein Appartement. Ich entschied mich dort noch etwas zu essen was ich mir am Vortag gekauft habe. Das einzige was ich lesen konnte auf der Verpackung war UFO. So sah es dann auch aus. Zugebenermaßen hat es aber ganz köstlich geschmeckt. Um mein Essensprozedere nach dieser ach so nährstoffreichen Kost abzuschließen ging ich dann noch auf meinen Balkon zum Rauchen. Während der Raucherei öffnete sich die Balkontür des Zimmers nebenan. Es war einer der koreanischen Internationals, die zwar auch in unserem Programm sind jedoch alle Vorlesungen in japanischer Sprache besuchen. Da wir wohl die einzigen 2 Raucher im gesamten Wohnblock sind kamen wir recht schnell ins Gespräch. Gut, Gespräch ist übertrieben da er kaum Englisch und ich kein Japanisch / Koreanisch sprechen kann. Aber wofür gibt es Wörterbücher, Electronic Dictionaries und Hände / Füße. Er lud mich dann ein mit ihm und seinen Landespartnern koreanisch zu Abend zu essen. Wer sagt da nach ein paar Nudeln noch Nein?! Also ging es ein paar Minuten später ins Nachbarzimmer. Dort haben wir erst mal unser Aufeinandertreffen mit einem Bierchen und einer Zigarette besiegelt. Während wir so in seinem Zimmer saßen unterhielten wir uns auch über das leidige Thema INTERNET. Er versuchte mir zu erklären dass er ebenfalls kein Internet habe. Da mir jedoch dass International Office am Vortag etwas anderes erzählt hatte (ich unterlasse keine Möglichkeit endlich ins I-Net zu kommen!!!) versuchte ich ihm klar zu machen dass das wohl ein Missverständnis sei. Während dem Reden viel mir dann auch der Router in einer Zimmerecke auf. Nicht angeschlossen und verpackt. Also richtete ich ihm am selben Abend noch sein Internet ein. Wenn man nicht alles selber macht ;) Zum Dank hängt jetzt ein langes LAN-Kabel über dem Balkon welches von seinem in meines führt. Sicherlich nur eine Notlösung aber besser als nichts. In ein paar Wochen sollten die Herren auch mein Zimmer mit den notwendigen Geräten ausgestattet haben. Ich werde sehen.

Dieses Problem behoben ging es dann zum Essen zu den anderen Koreanern welche im selben Haus wohnen. Ich habe selten so gut gegessen. Es gab „Kimtschi-Reis“ (die genaue Schreibweise ist mir unbekannt) und zum Dessert das auf dem folgenden Bild zu sehende (es war köstlich):


Wir unterhielten uns dann noch bis spät in die Nacht. Es war keine einfache Unterhaltung aber sehr interessant. So ist wieder einmal bewiesen dass man keiner Fremdsprache mächtig sein muss um sich einigermaßen verständigen zu können. In diesem Sinne Gute Nacht und bis bald. Benjamin


Meine neuen Freunde aus Südkorea. Ein sehr aufgeschlossenes Volk muss ich zugeben.