Dienstag, 30. September 2008

Tag 10 - act.: "Welcome Party" and soccer

Da ich in den letzten Tagen eigentlich nur an der Uni und für die Uni gelebt habe gibt es hier nun nur ein kleines Update.

Als erstes möchte ich alle Interessierten nun einmal einen Link anbieten unter dem Ihr den Campus näher betrachten könnt.

http://www.hue.ac.jp/english/info/facilities/index.html

Bin noch nicht dazu gekommen weitere Bilder zu machen was aber sicher noch kommt. Was ist nun aber die letzten Tage passiert? Eigentlich bestanden die Tage nur aus Vorlesungen, Themenvergaben für Präsentationen, Orientierung auf dem Campus-Gelände und weiterer Infoveranstaltungen. So haben wir zum Beispiel die Möglichkeit in der Bibliothek während der Freistunden zu lernen oder DVD´s anzuschauen. Erschreckend war, dass Studenten der HUE bereits am Morgen der Bibliotheksführung „The Saw“ anschauten. Das ist sicherlich Geschmackssache aber ein Film für den Morgen ist es meinem Erachten nach auch nicht. Ich werde das mal in die Kategorie „Kulturunterschiede“ einsortieren.

Was ist neben der Uni passiert?

Am Freitag hatten wir unsere Welcome-Party. Hierzu ging es geschlossen direkt nach der Vorlesung nach Downtown-HIJ in ein Okonomijaki-Restaurant. Hier durften wir die zweite Variante dieser lokalen Köstlichkeit probieren. Man bekommt die Zutaten in einer Schale serviert und mixt dann alles kräftig durch bevor es auf die heiße Tischplatte kommt um „gebruzelt“ zu werden. Es war auf jeden Fall sehr lecker und die Tatsache dass die Uni auch für die Getränke aufkam ließ es noch einmal besser schmecken. Ich werde wahrscheinlich noch einmal dort hingehen obwohl es mit knapp 100 Yen pro Portion recht teuer ist. Hier ein paar Eindrücke:



Im Anschluss an die Welcome-Party sind einige von uns noch in einen Club in HIJ gegangen. Ich hingegen entschloss mich den letzten Bus nach Hause erwischen zu wollen und genoss dort noch ein kleines Bierchen mit meinem koreanischen Zimmernachbar. War alles in allem auch sehr entspannt und ein wenig billiger war als ein Taxi rufen zu müssen.

Am Sonntag war ich eigentlich den ganzen Tag zuhause. Hab ausnahmsweise mal lange geschlafen und mich dann auf die Suche nach einem brauchbaren Livestream für das Formel-1-Event am Abend gemacht was auch zum Glück geklappt hat. Mein Highlight des Tages waren Saitenwürstchen. Diese habe ich am Vortag im Supermarkt für „günstige“ 450 Yen erstanden und mehr als genossen. Ein Stück Heimat im kleinen Appartement. Vor allem wenn einem die Heimat erzählt dass man geschlossen zum Wildessen geht. : )

Gestern war dann der erste Tag der Woche und wir haben uns im Anschluss an die Vorlesungen mit ein paar Fussballspielern des HUE-Teams getroffen. Da die Uni einen mehr als gepflegten Platz anbieten konnte wollten wir dies nutzen und einmal schauen wie weit ein paar Intis (Internationals) im Fussball mit den Japanern mithalten können. Vorab, wir haben gewonnen. Das lag aber wohl auch daran dass die gegenerische Mannschaft nicht wirklich ernst gemacht hat und mit einem Personenverhältnis von 10:6 etwas unterbesetzt war. Es war auf jeden Fall ein riesiger Spaß und wir haben vor dies in absehbarer Zeit zu wiederholen.

Meine Key-Learnings vom gestrigen Abend:

1. Rauchen und Sport sind keine wirklich gute Kombination

2. Japanische Schienbeine sind hart

3. Deutsche Knie sind härter (Entschuldigung an dieser Stelle noch mal an Nanzu)

4. Sneackers sind auf nassen Sportplätzen nicht wirklich Fussballtauglich

5. Bälle werden NICHT mit dem Gesicht angenommen

Nun werde ich mich noch auf die morgigen Vorlesungen vorbereiten und dann ins Bett. Da das Wetter hier in den nächsten Tagen sehr regnerisch sein wird (wir bekommen die Ausläufer eines Taifuns ab) hab ich sicherlich genügend Zeit zum lernen und eventuell auch um noch ein paar fehlende Dinge einzukaufen.



Liebe Grüße,

Benjamin

Dienstag, 23. September 2008

Tag 9: Miyajima and connections

Pünktlich um halb zehn ging es heute Morgen los. Wir trafen uns alle am etwa 15 Minuten entfernten Bahnhof und fuhren gemeinsam nach Miyajima. Die Fahrt dauerte etwa 45 Minuten mit dem Zug und nochmals 15 weitere Minuten mit der Fähre. Lediglich das Ticket für den Zug sowie den Lunch mussten wir bezahlen. Die Kosten für die Fähre wurden freundlicherweise von der Uni übernommen. Miyajima ist eine kleine Insel vor Hiroshima und bietet etwa 3000 Bewohnern Unterkunft. Das besondere an dieser Insel ist die riesige Tempelanlage sowie das im Wasser stehende Tor vor der Insel. Je nach dem ob man die Insel bei Ebbe oder Flut erreicht hat man den Eindruck, das Tor schwebt über dem Wasser.

Nachdem wir die Insel erreichten teilten wir uns in einzelne kleine Gruppen auf und erkundeten die Umgebung. Für uns hieß es zuerst einmal etwas frühstücken. Danach folgten wir dann der Masse von Touristen und Einheimischen über die Insel. Es ist jedoch definitiv nicht möglich diese Insel innerhalb eines Tages zu erkunden. Alleine die Tempelanlagen beanspruchen mindestens 2 Tage. Des Weiteren habe ich erfahren dass es dort noch einen schönen Strand und einen Samuraji-Pfad auf einen der Gipfel gibt. Also muss ich definitiv nochmal hin. Hier ein paar Impressionen des Ausfluges der um etwa 18:30 Uhr wieder am Bahnhof endete:



Dies ist das berühmte Tor vor der Insel. Es ist auf fast jeder Postkarte zu finden. Ich hoffe darauf, dass wenn ich das nächste mal diese Insel besuche ich bei Flut ankomme um weitere Bilder zu machen.


Tempelanlagen wie diese sind über die gesamte Insel verstreut. Die Gebäude sind im Schnitt etwa 400 Jahre alt und werden regelmäßig restauriert. Das innere kann nur in den wenigstens Fällen betreten werden da die Mönche auf dieser Insel dort in regelmäßigen Abständen irgendwelche Rituale und Zermeonien abhalten.


Das innere eines Tempels. Der Erklärung nach steht jede an der Decke hängende Lampe für einen wichtigen verstorbenen Priester. Die Steine repräsentieren einzelne Jahre. Wir konnten viele Japaner dabei beobachten, wie sie vor jedem der Steine beteten. Es sind 81 Steine. Das kann dann schon mal das ein oder andere Stündchen dauern.


Solche Figuren findet man überall auf der Insel. Die meisten sehen jedoch ein wenig "seriöser" aus als dieser hier. Der Erklärung unserer Dame vom International Office nach steht hinter jeder Figur eine Bedeutung. So werden die Figuren erst mit Wasser übergossen um dann anschließend angebetet zu werden. Unsere Austauschstudentin aus Polen versuchte sich an diesem Ritual und übergoß einige dieser Statuen mit Wasser. Sie wusste wohl nicht dass es sich bei den von Ihr "angebeteten" Figuren um solche handelt, die angebetet werden wenn man sich ein Kind wünscht, Fruchtbar sein möchte usw. Wir haben uns alle herzlichst darüber amüsiert. Sie sah eher geschockt aus. ;)



Hier könnt Ihr den Sonnenuntergang vor Hiroshima bewundern. Ich wusste gar nicht das meine Kamera so gute Bilder zaubern kann. Die Berge gehören bereits zum Festland Japans. Aufgenommen habe ich dieses Bild von der Fähre aus auf der Rückfahrt.


Back at home:

Da wir alle von diesem anstrengenden Tag recht erschöpft waren ging jeder nach Ankunft in unserem Viertel ins sein Appartement. Ich entschied mich dort noch etwas zu essen was ich mir am Vortag gekauft habe. Das einzige was ich lesen konnte auf der Verpackung war UFO. So sah es dann auch aus. Zugebenermaßen hat es aber ganz köstlich geschmeckt. Um mein Essensprozedere nach dieser ach so nährstoffreichen Kost abzuschließen ging ich dann noch auf meinen Balkon zum Rauchen. Während der Raucherei öffnete sich die Balkontür des Zimmers nebenan. Es war einer der koreanischen Internationals, die zwar auch in unserem Programm sind jedoch alle Vorlesungen in japanischer Sprache besuchen. Da wir wohl die einzigen 2 Raucher im gesamten Wohnblock sind kamen wir recht schnell ins Gespräch. Gut, Gespräch ist übertrieben da er kaum Englisch und ich kein Japanisch / Koreanisch sprechen kann. Aber wofür gibt es Wörterbücher, Electronic Dictionaries und Hände / Füße. Er lud mich dann ein mit ihm und seinen Landespartnern koreanisch zu Abend zu essen. Wer sagt da nach ein paar Nudeln noch Nein?! Also ging es ein paar Minuten später ins Nachbarzimmer. Dort haben wir erst mal unser Aufeinandertreffen mit einem Bierchen und einer Zigarette besiegelt. Während wir so in seinem Zimmer saßen unterhielten wir uns auch über das leidige Thema INTERNET. Er versuchte mir zu erklären dass er ebenfalls kein Internet habe. Da mir jedoch dass International Office am Vortag etwas anderes erzählt hatte (ich unterlasse keine Möglichkeit endlich ins I-Net zu kommen!!!) versuchte ich ihm klar zu machen dass das wohl ein Missverständnis sei. Während dem Reden viel mir dann auch der Router in einer Zimmerecke auf. Nicht angeschlossen und verpackt. Also richtete ich ihm am selben Abend noch sein Internet ein. Wenn man nicht alles selber macht ;) Zum Dank hängt jetzt ein langes LAN-Kabel über dem Balkon welches von seinem in meines führt. Sicherlich nur eine Notlösung aber besser als nichts. In ein paar Wochen sollten die Herren auch mein Zimmer mit den notwendigen Geräten ausgestattet haben. Ich werde sehen.

Dieses Problem behoben ging es dann zum Essen zu den anderen Koreanern welche im selben Haus wohnen. Ich habe selten so gut gegessen. Es gab „Kimtschi-Reis“ (die genaue Schreibweise ist mir unbekannt) und zum Dessert das auf dem folgenden Bild zu sehende (es war köstlich):


Wir unterhielten uns dann noch bis spät in die Nacht. Es war keine einfache Unterhaltung aber sehr interessant. So ist wieder einmal bewiesen dass man keiner Fremdsprache mächtig sein muss um sich einigermaßen verständigen zu können. In diesem Sinne Gute Nacht und bis bald. Benjamin


Meine neuen Freunde aus Südkorea. Ein sehr aufgeschlossenes Volk muss ich zugeben.

Montag, 22. September 2008

Tag 8: Matriculation Ceremony

Heute war es soweit. Der eigentliche Part meines Auslandsaufenthaltes beginnt: Die Uni. Nachdem ich in den letzten Tagen bereits einige Erfahrungen und Erlebnisse sammeln konnte war ich umso mehr gespannt was mich an der Uni erwartet. Für alle die es interessiert gibt es hier ein Bild meines Vorlesungsplans:


Zum Start gab es die erste Vorlesung in „Japanese history and culture“. Der Professor war zu meinem Erstaunen deutscher was die Kommunikation anfangs vereinfachte. Als er jedoch meinte er wird mich in Deutsch unterrichten und ich solle den anderen Internationals dann mein „Wissen“ weitergeben war der lustige Teil (aus meiner Sicht) auch schon vorbei. Die Vorlesung an sich bestand daraus, sich Themen für die anstehenden Präsentationen auszusuchen und sich gegenseitig vorzustellen. Also noch nicht wirklich viel neuer Stoff. Da alle Vorlesungen in dieser Woche reine Schnup

pervorlesungen sind werde ich mich am Ende der Woche entscheiden, welche Klassen ich besuche und welche nicht. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

Direkt im Anschluss an die Vorlesung ging es in den Konferenzraum der Bibliothek. Hier hatten wir unsere „Matriculation Ceremony“ und bekamen im Rahmen einer Feier unsere Immatrikulationsbescheinigungen vom „Director oft he board“ ausgehändigt. Des Weiteren wurden alle Internationals aufs herzlichste begrüßt und zum anschließenden gemeinsamen Kaffee trinken eingeladen. Jaaaa, es gab schon wieder Kaffee. So langsam fühle ich mich hier wie zuhause. ;)



Als wir unseren Kaffee erfolgreich vernichtet und die Donuts verputzt hatten konnten wir auch gleich in die nächste Vorlesung. „International Education Internship“ ist der Name des Kurses und beschäftigt sich hauptsächlich damit, die kulturellen und sprachlichen Barrieren zwischen den einzelnen Ländern zu durchbrechen. So werden wir 2 mal die Woche an die Grundschule Hiroshimas gehen und dort jeder für sich eine Klasse unterrichten. Wie das genau aussieht weiß ich noch nicht aber es wird sicherlich spannend. Vor allem vor dem Hintergrund meiner (noch) nicht wirklich vorhandenen Sprachkenntnisse. Ich gehe aber stark davon aus dass sich dies in den nächsten Wochen ändern wird. Nach einem kleinen Spielchen mit Japanern, die kein Englisch sprechen und Internationals, die kein japanisch können ging der erste Tag an der Uni auch schon zu Ende. Wir waren alle etwas erschöpft da in den kommenden Wochen ein straffes Programm zu absolvieren gilt.

Am Abend wurden wir von japanischen Studenten zum Sushi-Essen eingeladen. Die Sushi-Bar hatten wir ja schon ausprobiert und so war es ein stressfreier Abend mit interessanten Gesprächen. Wusstet Ihr dass es Sushi mit Pferdefleisch gibt? Ich habe mich zurückgehalten da der Preis von 250 Yen für 1 (!!!) Stückchen Fleisch mit Reis doch recht teuer erscheint. Es sah auf jeden Fall sehr lecker aus und ich muss mich schon jetzt bei allen Pferdeliebhabern für mein kommendes „Vergehen“ kulinarischer Art entschuldigen.



Als wir gegen 21 Uhr die Sushi-Bar verließen und Richtung Appartement unterwegs waren wurden wir noch ins Shared-House der weiblichen Internationals eingeladen. Hier saßen wir bis etwa 2 Uhr zusammen, tranken polnischen Wodka mit japanischem Apfelsaft (ich hoffe es war Apfelsaft) und unterhielten uns. Als Highlight gab es noch Tokyo-Bananas. Diese habe ich als "Welcome-Present" von Takeshi erhalten und ihm versprochen sie gemeinsam mit den anderen zu essen. Danke nochmals von allen an Takeshi.



Da am morgigen Tag ein Feiertag ist und keine Vorlesungen stattfinden werden wir mit ein paar Japanern nach Miyajima pilgern und diese Insel vor Hiroshima besuchen. Bilder und Infos folgen. Jetzt heißt es erst einmal schlafen und Wodka abbauen.

Bis bald.