Dienstag, 16. September 2008

Endlich angekommen...

Nachdem ich nun gut hier angekommen bin werde euch nun über meine ersten Eindrücke berichten.



Zum Flug:

Das perfekte Wort für die Flugverbindungen ist wohl „delay“. Trotz mind. 1,5h zwischen den Flügen hat dies exakt zum umsteigen gereicht. In London konnte ich mich sogar ganze 5 Minuten setzen bevor es zum Boarding für den Flug nach Tokio ging. Hier hatte ich meinen ersten Kulturschock. Der Flieger war gefüllt mit 99% Japanern und mir (sowie 2 anderen europäischen anmutenden Personen von denen jedoch einer wiederrum einen japanischen Pass hatte). Nach Rücksprache mit der netten Dame die mich an der Nakasuji Station aufgelesen hatte lag das wohl an den Feiertagen übers Wochenende -> „Ehrung der Alten“. Den Flug habe ich mir mit Indiana Jones sowie KungFu Panda und ein wenig Schlaf vertrieben. Ich hatte zwar einen Gangplatz aber dennoch das Gefühl meine Füße sind für die Economy Class zu lang. Lustig war, dass sofort nach dem Boarding alle Japaner Ihre Schuhe auszogen und teilweise sehr modische (räusper) Slipper anzogen. Das Schuhe ausziehen hat sich als sehr sinnvoll erwiesen denn die Füße schwellen enorm an wenn man 14 Stunden sitzt. Eine ausführliche Tour durch den Flieger wurde durch die netten Stewardessen gebremst denn Economy´s sollten wohl nicht die First-Class-Flieger stören. Nun ja. Der Service von ANA war aber perfekt. Es gab ununterbrochen zu trinken und zu essen, Snacks für die Filme und auch sonst waren die Servicekräfte um Welten besser ausgebildet als beispielsweise die des deutschen Kranichs.

In Tokio war es bezüglich des Umsteigens auf den nach Hiroshima gehenden Domestic Flight sehr eng. Die Customs (Passkontrolle + Zoll) wurde unterteilt in „Japanese Passport“, „Pre-Confirmed“ und Foreign Passport. Gefühlte 2 Schalter fertigten eine Menschenmenge von etwa 500 Personen ab während die anderen Schalter gähnend leer waren. Ich kam dann genau zum boarding für den Anschlussflug durch die Kontrolle. Obligatorisches Lichtbild mit Fingerabdrücken inklusive. Auf dem Weg zum boarding ist mir dann noch ein Koffer bei der Gepäckausgabe aufgefallen der dem meinen sehr ähnelte. Und er war es sogar. Zum Glück habe ich dies bemerkt, denn die Lufthansa teilte mir mit dass mein Gepäck direkt nach Hiroshima geflogen wird und ich mich darum NICHT kümmern muss. Jaja. Hat ja letztendlich doch alles geklappt und ich bin mit 20 Minuten Verspätung in Hiroshima gelandet. Der Flughafen hier ist im Vergleich zu seinem großen Bruder in Tokio sehr übersichtlich und man fühlt sich nicht so verloren. Der Ckeck-Out war eine Sache von 5 Minuten. Das Gepäck hatte ich weitere 15 Minuten später in der Hand. Inklusive einer Stange Mild Seven für 2000 Yen (etwa 13 Euro). Anschließend noch ein Ticket für den Bus gelöst konnte es losgehen nach DownTown HIJ. Hier fühlte ich mich als Ausländer geoutet. Der Fahrkartenautomat brüllte in unüberhörbarer Lautstärke dass nun alle Anzeigen auf Englisch dargestellt werden. Ja, das hatte ich auch so gewollt.  Während dem Warten auf den Bus und einer kleinen Nikotinspritze für den gestressten International kam ich dann noch mit einem Touristenführer aus den States ins Gespräch. Er will mir bei Gelegenheit mal ein paar „Special Locations“ (Bars, Clubs) in HIJ zeigen. Wir werden sehen. Ich soll mich melden hieß es.




Endlich „Zuhause“:


Der Pickup an der Nakasuji Station war perfekt. Kaum aus dem Bus raus wurde ich von einer netten Dame begrüßt und wie es sich gehört auf der Rücksitzbank des Uni-eigenen Buses zu meiner Unterkunft gebracht. Wer jetzt noch denkt der VW-Bus der HS Pforzheim sei alt war noch nicht hier ;) Bevor es jedoch ins Fujisaki-Building ging war ich noch im nahe gelegenen Supermarkt und habe mir meine erste Verpflegung eingekauft. Unter Mithilfe der netten Dame deren Namen ich bis heute nicht weiß, gab es 2 Dosen japanisches Bier (Lagerbier und Asahi) sowie ein paar Snacks, Wasser, Cola und Co. In der Unterkunft angekommen dann der erste Schock: Der Kühlschrank ist gut gefüllt jedoch seit etwa einem Jahr aus geschalten. So riecht er auch. Die Innereien wurden zwar noch vom Pick-Up-Service entfernt aber um den Schimmel habe ich mich selbst gekümmert. Naja, eine Stunde ausgiebiger Gebrauch von Spülmittel und dem zum Glück vorhandenen Schwamm konnte ich nun zumindest mein Wasser einigermaßen geruchsfrei kühlen. Ich hoffe heute noch ein anderes Reinigungsmittel zu finden um den nun an meinem Frühstückskuchen anhaftenden Geruch zu entfernen. Gleich im Anschluss ans Putzen gab es den zweiten Schock. Kein Internet. Hier wurde ich wohl etwas ungehalten, denn in den Emails vorab wurde explizit bestätigt dass nun Internet in jedem Zimmer vorhanden sei. Wohl nicht. Aber darum kümmere ich mich heute. Die erste Nacht auf der 2cm dicken Matratze war ganz ok. Hab für meine Verhältnisse zumindest das Gefühl gehabt geschlafen zu haben. Das Zimmer ist ganz gut ausgestattet. Es gibt eine Waschmaschine, Klimaanlage, Mikrowelle (Funktionsweise noch unbekannt), 2 (!!!) Reiskocher die mir sehr bekannt vorkommen (Danke an meine Eltern die mir bereits vor 2 Jahren einen solchen geschenkt haben), eine tiefe Duschwanne die auch zum Baden genutzt werden kann wenn man unter 1,65cm groß ist und ein Staubsauger (ob das ein Hinweis sein soll?). An Mobiliar gibt es einen kleinen Schreibtisch inkl. zu kleinem Stuhl, das Klappbett ohne Matratze und jede Menge Staumöglichkeiten sowie eine kleine „Küche“ mit Herdplatte. Des Weiteren besitze ich so etwas wie einen kleinen Balkon. Auf diesem kann ich an einer Stelle einigermaßen aufrecht stehen. Der Rest ist durch den Kühler der Klimaanlage verbaut.
Kleines Update zum Thema Bad: Ich wollte soeben ausgiebig duschen, um während dessen festzustellen, dass warmes Wasser entweder nicht verfügbar oder in seiner maximalen Temperatur der Außentemperatur entspricht. Kurz um: Kalt duschen weckt auf aber ist auf Dauer auch nicht das Wahre. Ich werde mich wohl diesbezüglich schlau machen müssen wie das hier gehandhabt wird.
Zuerst einmal werde ich aber gegen 11 Uhr von einer Delegation japanischer Studenten zu einer persönlichen Orientierungstour abgeholt. Bei dieser Gelegenheit will ich auch noch das nötigste einkaufen und schauen ob ich an der Uni irgendwie ins Internet komme. Wie das wird und was aus dem nicht vorhandenen Internet im Zimmer geworden ist berichte ich dann bald. Die ersten Bilder gibt es auch.


Bis bald und viele liebe Grüße aus dem Land der aufgehenden Sonne (die heute um 9:00 Uhr mit 28 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit daherkommt),

Benjamin


Kleines Update: Es ist doch nur ein Reiskocher. Der zweite hat sich bei genauerem Hinsehen als Wasserkocher entpuppt. Die Temperatur ist gradweise bis 98 Grad regelbar und hält Wasser den ganzen Tag schön heiß. Perfekt für den Kaffee – Ähhhh – Tee zwischendurch. ;)

Mein Abendessen:



Mein Erstes Frühstück in Japan:


1 Kommentar:

Sabine und Karolin hat gesagt…

...aha die berüchtigte "Kalorienbombe" ;-)Sieht man dem kleinen Ding gar net an...