Hallo mal wieder,
So langsam nähert sich das Jahr dem Ende und ich kann erst einmal die Wiehnachtsferien „genießen“. Warum in Anführungsstrichen? Nun ja, ich muss wie schon im letzten Eintrag erwähnt ein paar Artikel schreiben und mich parallel auf die Japanisch Klausuren vorbereiten. Da der Großteil der Internationals unterwegs ist und das Reisefieber auslebt habe ich somit zumindest genügend Zeit. Nun will ich euch aber erst einmal über das informieren, was in den letzten Wochen alles passiert ist.
IWAKUNI
Fangen wir an mit Iwakuni. Am 13. Dezember war es mal wieder Zeit für einen von meiner Universität organisierten Trip. Ziel unserer Reise war Iwakuni. Dieser Teil von Hiroshima liegt etwa 1,5 Stunden entfernt und soll, so das Versprechen der Universität, für seine Brücken und das Schloss bekannt sein. Für knapp 2.500 Yen erhielten wir ein Rundum-Sorglos-Paket welches zum einen die Busfahrt und zum anderen die Eintrittsgelder zum überqueren der Brücke sowie zum Schloss beinhalteten. Ja, ihr habt richtig gelesen. Will man die berühmt berüchtigte Brücke in Iwakuni überqueren kostet das ganze 100 Yen – One Way. Ich für meinen Teil gehe davon aus dass die dadurch generierten Gelder für die Begleichung der Elektrizitätsrechnung verwendet wird die dank intensivster Bestrahlung des Bauwerks in den Abendstunden sicher nicht gerade niedrig ausfallen dürfte. In Iwakuni angekommen war unsere erste Station also auch die besagte Brücke welche zwar architektonisch sicherlich interessant ist, mich jedoch nicht aus den Schuhen gehoben hat. Kurz um hieß es nichts wie rüber und schauen was uns erwartet. Hinter der Brücke begann eine weitläufige Park- und Tempelanlage welche unter anderem ein paar sehr alte Bäume beinhalten, die mit allen erdenklichen Mitteln vom Zusammensturz bewahrt werden (Stützen). Des Weiteren kann in diesem Parkgelände ein traditionelles japanisches Haus besichtigt werden was jedoch wiederum Geld kostet. Somit habe ich den Anblick von außen genossen. Am Ende des Parks gelangt man dann zu einer Seilbahn, die bequeme, kranke oder auch Internationals ohne großen körperlichen Aufwand (gemeint ist hier laufen) zum etwa 200 Meter höher gelegenen Schloss bringt. Das Iwakuni-Castle ist wie andere japanische Schlösser auch von außen eine imposante Erscheinung, enttäuscht jedoch mit den inneren Werten. Alle bisher besichtigten Schlösser wurden „wieder hergestellt“ was bedeutet dass sie von außen an aus mehr oder weniger vertrauenswürdigen Quellen stammenden Grafiken und Bildern orientiert wieder aufgebaut wurden. Innen bietet sich einem dann das gewohnte Bild:
1. Stock: Museum
2. Stock: Museum und Wiederaufbau
3. Stock: Geschichte anderer Schlösser
4. Stock: Aussichtsbereich
Der Ausblick von der Spitze des Schlosses entschädigt jedoch für alles. Man hat einen herrlichen Blick über Iwakuni der an diesem Tag jedoch von ein wenig trübem Wetter eingeschränkt wurde. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Schloss traten wir dann auch schon wieder den Rückweg bzw. die Rückfahrt mit der Seilbahn an. Auf diesem Rückweg besuchten wir dann noch eine im Park befindliche kleine Tempelanlage. Den Eingang dieser Tempelanlage bewachten etwa 20 Katzen die zwar nicht wirklich zutraulich waren jedoch ein imposantes Bild darstellten. Leider habe ich hiervon keine Bilder. Zurück an der Brücke konnten wir diese dann im schon beschriebenen Scheinwerferlicht bewundern was die Wartezeit auf den Bus durchaus angenehm verkürzte.
Zurück in DownTown-Hiroshima entschied sich unsere Gruppe dann noch zu einem gemeinschaftlichen Okonomijaki-Essen mit anschließendem Gang zur Illumination-Road. Dies ist eine der großen Hauptverkehrsstraßen in Hiroshima welche während der Weihnachtszeit auf etwa 500 Metern Länge mit den unterschiedlichsten Licht-Skulpturen geschmückt ist.
Seht euch die Bilder am besten selbst einmal an:
Eine der Katzen welche den Eingang zur Tempelanlage "bewachen". Man beachte die wunderschöne Färbung der Augen.
Nahe dem Schloss befindet sich folgendes Schild zur Warnung: Achtung, hier legen Eichhörnchen und Hasen Feuer. ;)

Hier nun noch ein paar Bilder der Illuminationen:



Elementary School
Am Donnerstag, den 11. Dezember war mein letzter Tag in der Grundschule Shimo-Gions (Der Stadtteil Hiroshimas in dem ich lebe). Meine English-Vorlesung begann wie immer um 11:30 Uhr und ich stand vor einer Horde kreischender und wild durch die Gegend rennender Kinder um meinen letzten Unterricht zu halten. In kleinen Spielchen wie Bingo, „tschang-ke-po“ (die japanische Variante von Messer, Schere, Stein) und einem kleinen Rate-Quiz prüften die Lehrerin und ich die Englischkenntnisse der kleinen Rasselbande und zu meinem Verwundern behielten diese fast alle Worte im Gedächtnis. Nach 45 Minuten gab es dann noch deutsche Gummibärchen als kleines Abschiedsgeschenk bevor mich ein paar Schüler zum Rektorat begleiteten wo wir dann auch von den Offiziellen der Schule verabschiedet wurden. In meinen 5 Unterrichtseinheiten habe ich die Schüler richtig gern gewonnen. Ich möchte eine deutsche Grundschule sehen in der 40 Kinder hoch diszipliniert, aber dennoch mit Freude am Unterricht teilnehmen. Ich habe mir fest vorgenommen vor meiner Abreise nochmals einen Besuch dort zu machen.
Hier ein kleines Erinnerungsbild:
Christmas-Party
Letzten Freitag fand in Kodokan eine von japanischen Studierenden organisierte kleine Weihnachtsfeier statt. Für 300 Yen bekamen wir Getränke, ein leckeres Essen und ein straff gestaltetes Programm was auf Weihnachten einstimmen sollte. Um unsere japanisch Kenntnisse zur Anwendung bringen zu müssen wurden wir bereits im Vorfeld so auf die Tische verteilt dass meist nur japanische Studenten um einen herum sitzen. Eine wie ich finde spitzenmäßige Idee denn im alltäglichen Uni-Leben kommt man kaum dazu das Gelernte auch wirklich in der Praxis zu üben. Hier ein paar Bilder vom besagten Abend:
Das soll es erst einmal von mir gewesen sein. Ich wünsche euch allen eine schöne Vor-Weihnachstzeit und bis zum nächsten Eintrag.
Liebe Grüße,
Benjamin






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