Hallo ihr da drüben.
Heute war wieder so ein Tag zum vergessen. Naja, fast. Eigentlich hat der Tag gerade eine denkbar schöne Wendung genommen. Ok, von vorne. Ich hoffe am Ende meiner Schreiberei hier werde ich mich daran gewöhnt haben mit der Vergangenheit zu beginnen.
Gestern hatte einer der indonesischen Austauschstudenten Geburtstag was uns auf die Idee brachte, ihm um 9 Uhr abends unsere geballten Sangeskünste zum Besten zu geben. Gesagt, getan ging es um 21 Uhr japanischer Zeit zu seinem Appartement. Dort angekommen trällerten wir ein „Happy Birthday“ wie es (den Gesichtern der Nachbarn zufolge) in Japan noch nicht vorgekommen ist. Bis dahin war auch alles soweit im grünen Bereich. Während der anschließenden Unterhaltung fielen mir einige lieblos aufgehäufte Blätter ins Auge welche die Überschrift „Cross Cultural Communication – Midterm-Exam 2007“ enthielten. Da ich diese Prüfungsleistung morgen abzulegen habe war ich mehr als neugierig und fragte die anderen ob sie denn von den vorliegenden „Leseproben“ wüssten. Stellt euch einmal kurz vor ihr steht vor sehr großen Lautsprechern die euch folgenden Ton entgegen werfen: Yeeeeeeeeeeeees. Hm…was denkt sich ein deutscher International bei so einer Aussage? Genau. Ein gemurmeltes „Na ihr seid mir mal asoziale Drecks…“ (bitte entschuldigt meinen Schreiblaut) zog in meinen Synapsen Einhalt. Glücklicherweise ist der menschliche Verstand in so weit ausgeprägt, als dass gedachte Worte nicht gleich einen Anfall mit Gesten untermauerter Artikulationen zur Folge haben. Kurz um: Ich dachte mir meinen Teil.
Da ich kein Mensch bin der gerne lange seltsamen Verhaltensweisen unbedeutender Mitbürger nachtrauere habe ich mich entschlossen heute so neutral als möglich zu sein um meinen gestrigen, doch sehr erstaunten und entsetzen Gesichtsausdruck in deren Köpfen ungeschehen zu machen. Wer aber beim Mittagessen seinem gegenüber nichts entgegen zu bringen hat, der weiß wo er / sie / es steht. Das bedrückt mich nicht weiter – es nervt aber ungemein. Und diese Art und Weiße der Grüppchenbildung, wie man sie auch an jeder niederen Schule in anderen Ländern findet, muss meinem Erachten nach auch nicht unbedingt sein.
Da ich jedoch der Meinung bin dass jede Klausur auch ohne Vorlagen machbar sein muss hielt sich meine Aufregung sehr in Grenzen. Ich bin dann nach der letzten Vorlesung heute noch kurz an mein Postfach in der Uni um zu sehen ob es weitere Präsentationen und Vorbereitungen zu erledigen gilt. Dort wurde ich von unserer zuständigen Dame des International Office ins Büro gerufen und sie übergab mir ein riesiges Paket aus Deutschland. Mein erster Gedanke war: Wie? Für mich? Im ernst? Ein Blick auf den Zustellschein lies keine Zweifel aufkommen und ich trabte mir gefühlten 20kg und einem herzlichen Lächeln behaftet in Richtung Appartement. Dort angekommen wusste ich nicht ob ich das Paket öffnen darf oder nicht da der Zustellschein „Weihnachtsgeschenke“ vorhersagte. Da jedoch meine Neugierde bekanntlich sehr groß ist (Gruß nach Frankreich an dieser Stelle – du bist nicht alleine mit dieser schweren Bürde) hab ich mich dazu durch gerungen es doch zu öffnen. Innerlich zerrissen aber doch voller Euphorie öffnete ich das Paket und malte mir dabei gedanklich aus was meine liebe Familie denn nun schon wieder nettes zusammengebastelt hat. Diese Vorfreude wurde um ein vielfaches beim Erblicken des eigentlichen Inhaltes übertroffen. Aber seht doch selbst:
Natürlich habe ich die Briefumschläge NICHT geöffnet sondern mich nur um die Äpfel gekümmert. Diese liegen nun in einer Porzellanschale neben mir und warten darauf genossen zu werden. Auch das erste Türchen des Adventskalenders musste ich unbedingt öffnen und den Inhalt zartschmelzend auf meiner Zunge zergehen lassen. Aber was bleibt mir da noch zu sagen außer:
VIELEN VIELEN VIELEN LIEBEN DANK !!!
Ihr habt meinen Tag gerettet! An Weihnachten werde ich mich um den Rest des Inhaltes kümmern. Ich hoffe euch geht es gut. Abschließend will ich noch 4 kleine aber wichtige Dinge los werden:
1. @ Daniel: Viel Glück bei Deinen Prüfungen – Du schaffst das!
2. @ Opa: Gute Besserung – Ich bin in Gedanken bei Dir!
3. @ alle: Danke für das Paket und auch alles weitere !!!
4. FROHE ADVENTSZEIT
Bis bald und liebe Grüße aus Hiroshima,
Benjamin
P.S.: Nach Aushandlung der Konditionen und Abwägung gegenseitiger Interessen konnte ich mit dem Weihnachtsmann einen Vertrag schließen, der ihn unter Umständen auch nach Hohenhaslach kommen lässt. Warten wir ab ob er Wort hält?!



3 Kommentare:
aaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhh ich bin neidisch! :(
Muss jetzt erstmal gucken ob ich hier irgendwas davon finde, was dein Paket so beinhaltet hat. Aber es ist gar net sooo abwegig. bin in chiang mai an nem Restaurant vorbeigelaufen, das Dresdner Christstollen in der Auslage liegen hatte und gestern gabs auch schon nen Gluehwein. Immerhin!
Drueck dich!
Grüße nach Hiroshima! Du glücklicher hast ein Weihnachtspaket bekommen, da vergisst man die fiesen Kommilitonen. Bei uns würde so ein Paket den Zoll nicht überleben, da wäre alles aufgefuttert. Gruß aus Indonesien! Albert
Hallo Benny,
und sie fliegen schon....
vielen, vielen Dank für das tolle Weihnachtsgeschenk. Eine Superidee. Unsere Hoffnungen sind dieses Jahr sehr stark auf die baldige Genesung unseres Oberhäuptlings fixiert.
Wir wünschen dir ein Weihnachtsfest der vielleicht einmal anderen Art und ein guten Start ins neue Jahr.
Liebe Grüße
Andreas mit seinen 4 weiblichen Familienmitgliedern
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