Pünktlich um halb zehn ging es heute Morgen los. Wir trafen uns alle am etwa 15 Minuten entfernten Bahnhof und fuhren gemeinsam nach Miyajima. Die Fahrt dauerte etwa 45 Minuten mit dem Zug und nochmals 15 weitere Minuten mit der Fähre. Lediglich das Ticket für den Zug sowie den Lunch mussten wir bezahlen. Die Kosten für die Fähre wurden freundlicherweise von der Uni übernommen. Miyajima ist eine kleine Insel vor Hiroshima und bietet etwa 3000 Bewohnern Unterkunft. Das besondere an dieser Insel ist die riesige Tempelanlage sowie das im Wasser stehende Tor vor der Insel. Je nach dem ob man die Insel bei Ebbe oder Flut erreicht hat man den Eindruck, das Tor schwebt über dem Wasser.
Nachdem wir die Insel erreichten teilten wir uns in einzelne kleine Gruppen auf und erkundeten die Umgebung. Für uns hieß es zuerst einmal etwas frühstücken. Danach folgten wir dann der Masse von Touristen und Einheimischen über die Insel. Es ist jedoch definitiv nicht möglich diese Insel innerhalb eines Tages zu erkunden. Alleine die Tempelanlagen beanspruchen mindestens 2 Tage. Des Weiteren habe ich erfahren dass es dort noch einen schönen Strand und einen Samuraji-Pfad auf einen der Gipfel gibt. Also muss ich definitiv nochmal hin. Hier ein paar Impressionen des Ausfluges der um etwa 18:30 Uhr wieder am Bahnhof endete:
Dies ist das berühmte Tor vor der Insel. Es ist auf fast jeder Postkarte zu finden. Ich hoffe darauf, dass wenn ich das nächste mal diese Insel besuche ich bei Flut ankomme um weitere Bilder zu machen.
Tempelanlagen wie diese sind über die gesamte Insel verstreut. Die Gebäude sind im Schnitt etwa 400 Jahre alt und werden regelmäßig restauriert. Das innere kann nur in den wenigstens Fällen betreten werden da die Mönche auf dieser Insel dort in regelmäßigen Abständen irgendwelche Rituale und Zermeonien abhalten.
Das innere eines Tempels. Der Erklärung nach steht jede an der Decke hängende Lampe für einen wichtigen verstorbenen Priester. Die Steine repräsentieren einzelne Jahre. Wir konnten viele Japaner dabei beobachten, wie sie vor jedem der Steine beteten. Es sind 81 Steine. Das kann dann schon mal das ein oder andere Stündchen dauern.
Solche Figuren findet man überall auf der Insel. Die meisten sehen jedoch ein wenig "seriöser" aus als dieser hier. Der Erklärung unserer Dame vom International Office nach steht hinter jeder Figur eine Bedeutung. So werden die Figuren erst mit Wasser übergossen um dann anschließend angebetet zu werden. Unsere Austauschstudentin aus Polen versuchte sich an diesem Ritual und übergoß einige dieser Statuen mit Wasser. Sie wusste wohl nicht dass es sich bei den von Ihr "angebeteten" Figuren um solche handelt, die angebetet werden wenn man sich ein Kind wünscht, Fruchtbar sein möchte usw. Wir haben uns alle herzlichst darüber amüsiert. Sie sah eher geschockt aus. ;)
Hier könnt Ihr den Sonnenuntergang vor Hiroshima bewundern. Ich wusste gar nicht das meine Kamera so gute Bilder zaubern kann. Die Berge gehören bereits zum Festland Japans. Aufgenommen habe ich dieses Bild von der Fähre aus auf der Rückfahrt.
Back at home:
Da wir alle von diesem anstrengenden Tag recht erschöpft waren ging jeder nach Ankunft in unserem Viertel ins sein Appartement. Ich entschied mich dort noch etwas zu essen was ich mir am Vortag gekauft habe. Das einzige was ich lesen konnte auf der Verpackung war UFO. So sah es dann auch aus. Zugebenermaßen hat es aber ganz köstlich geschmeckt. Um mein Essensprozedere nach dieser ach so nährstoffreichen Kost abzuschließen ging ich dann noch auf meinen Balkon zum Rauchen. Während der Raucherei öffnete sich die Balkontür des Zimmers nebenan. Es war einer der koreanischen Internationals, die zwar auch in unserem Programm sind jedoch alle Vorlesungen in japanischer Sprache besuchen. Da wir wohl die einzigen 2 Raucher im gesamten Wohnblock sind kamen wir recht schnell ins Gespräch. Gut, Gespräch ist übertrieben da er kaum Englisch und ich kein Japanisch / Koreanisch sprechen kann. Aber wofür gibt es Wörterbücher, Electronic Dictionaries und Hände / Füße. Er lud mich dann ein mit ihm und seinen Landespartnern koreanisch zu Abend zu essen. Wer sagt da nach ein paar Nudeln noch Nein?! Also ging es ein paar Minuten später ins Nachbarzimmer. Dort haben wir erst mal unser Aufeinandertreffen mit einem Bierchen und einer Zigarette besiegelt. Während wir so in seinem Zimmer saßen unterhielten wir uns auch über das leidige Thema INTERNET. Er versuchte mir zu erklären dass er ebenfalls kein Internet habe. Da mir jedoch dass International Office am Vortag etwas anderes erzählt hatte (ich unterlasse keine Möglichkeit endlich ins I-Net zu kommen!!!) versuchte ich ihm klar zu machen dass das wohl ein Missverständnis sei. Während dem Reden viel mir dann auch der Router in einer Zimmerecke auf. Nicht angeschlossen und verpackt. Also richtete ich ihm am selben Abend noch sein Internet ein. Wenn man nicht alles selber macht ;) Zum Dank hängt jetzt ein langes LAN-Kabel über dem Balkon welches von seinem in meines führt. Sicherlich nur eine Notlösung aber besser als nichts. In ein paar Wochen sollten die Herren auch mein Zimmer mit den notwendigen Geräten ausgestattet haben. Ich werde sehen.
Dieses Problem behoben ging es dann zum Essen zu den anderen Koreanern welche im selben Haus wohnen. Ich habe selten so gut gegessen. Es gab „Kimtschi-Reis“ (die genaue Schreibweise ist mir unbekannt) und zum Dessert das auf dem folgenden Bild zu sehende (es war köstlich):
Wir unterhielten uns dann noch bis spät in die Nacht. Es war keine einfache Unterhaltung aber sehr interessant. So ist wieder einmal bewiesen dass man keiner Fremdsprache mächtig sein muss um sich einigermaßen verständigen zu können. In diesem Sinne Gute Nacht und bis bald. Benjamin
Meine neuen Freunde aus Südkorea. Ein sehr aufgeschlossenes Volk muss ich zugeben.







3 Kommentare:
Hey Benny,
schick dir ganz liebe Grüße aus der Heimat... Musste voll schmunzeln über deinen "Koreaner-Bericht". Schreibt sich übrigens Kimchi. Frag die mal ob die auch Kimchizige machen können, das ist super lecker, oder dogbuki... *schwärm* sag Grüße ;-)
Betty
Ok, dann stehen schon mal der Strand, der Samuraji-Pfad und natürlich der Tempel bei Flut auf unserer "Müssen-wir-anschauen-Liste" :-). Freue mich schon sehr darauf das alles zu sehen
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